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Mahnwache zur neuen Grundsicherung am 1. Juli 2026 in Düsseldorf
Wehr dich gegen Vorurteile – im Dialog für Respekt
Zum 1. Juli 2026 wird das Bürgergeld durch die neue Grundsicherung ersetzt. Mit dieser Reform entfallen wichtige Schutzrechte für Leistungsbeziehende. Die Änderungen betreffen viele Menschen unmittelbar und werfen grundlegende Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, Teilhabe und Respekt auf.
Aus diesem Anlass treffen sich am 1. Juli 2026 von 10:00 bis 13:00 Uhr vor dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Fürstenwall 25, in Düsseldorf arbeitslose Menschen, Vertreter des ver.di-Landeserwerbslosenausschusses Nordrhein-Westfalen sowie Studierende der Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf zu einer Mahnwache mit offenem Dialog. Sie freuen sich auf den Austausch mit Erwerbslosen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Studierenden, Politikerinnen und Politikern, Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Sozialverbänden, Kirchen und NGOs.
Unter dem Motto „Wehr dich gegen Vorurteile – im Dialog für Respekt“ soll Raum für Begegnung, Diskussion und gegenseitiges Verständnis geschaffen werden. Denn die Debatte über Armut, Arbeitslosigkeit und soziale Sicherheit darf nicht von Vorurteilen bestimmt werden. Sie braucht Fakten, Respekt und die Bereitschaft zuzuhören.
Mit der Einführung der neuen Grundsicherung werden zentrale Schutzrechte für Leistungsbeziehende abgeschafft. Kritiker sehen darin eine erhebliche Verschlechterung der sozialen Absicherung. Viele Betroffene befürchten, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen künftig schneller sanktioniert werden, ohne dass gleichzeitig nachhaltige Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt für sie bestehen.
Wer ohnehin unter großem wirtschaftlichem und persönlichem Druck steht, verliert damit wichtige Sicherheiten. Gleichzeitig besteht die Angst davor, dass die Drangsalierung durch Behörden weiter zunimmt und die Rechte der Betroffenen noch weiter geschwächt werden. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Erwerbslose. Sie berührt die Frage, wie solidarisch unsere Gesellschaft mit Menschen umgeht, die Unterstützung benötigen.
Im Rahmen der Mahnwache wird zudem eine Unterschriftenaktion durchgeführt. Auf Postkarten können Besucherinnen und Besucher ihre Unterstützung für eine bessere soziale Absicherung im Falle von Arbeitslosigkeit zum Ausdruck bringen und damit ein deutliches Signal an Politik und Gesellschaft senden.
Über die neue Grundsicherung möchten die Teilnehmenden ins Gespräch kommen – offen, respektvoll und auf Augenhöhe. Denn soziale Sicherheit ist kein Randthema. Sie betrifft den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen, Fragen und Perspektiven einzubringen, die Postkartenaktion zu unterstützen und gemeinsam ein Zeichen gegen Vorurteile und für Respekt zu setzen. Eine demokratische Gesellschaft lebt vom Dialog – gerade dann, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht.
Thomas Wasilewski
Tacheles unterstützt den Protest