Hintergrund der globalen Finanzkrise Zeitalter der Mega-Spekulanten und Aasgeier

Datum:Donnerstag, 18.09.2008 19:55
Autor: Herr Z.
Homepage:www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2008/regelsatz-luege.pdf
Betreff:Hintergrund der globalen Finanzkrise Zeitalter der Mega-Spekulanten und Aasgeier
Text:Hintergrund der globalen Finanzkrise: Das Zeitalter der Mega-Spekulanten und Aasgeier

Die jetzt bekannt werdenden Hintergründe der Krisen um Lehman und IAG, ehemals viertgrößte Investmentbank und größte Versicherung der USA, verraten viel, wie dieses auf gieriger Spekulation aufbauende System funktioniert hat.

An der Vorfront der Spekulation standen Banken und Hedgefonds, wobei hinter den Fonds zu einem erheblichen Teil reiche private Anleger stehen, die mehr als eine normale Profitrate kassieren wollen.

Zunächst zu den Banken. Lehmans hatte auf einem immer dünneren Drahtseil auf jeweils 1 Dollar Eigenkapital 35 Dollar Kredit aufgenommen. Die Anlagen in Schrottwerten beliefen sich auf bis zu 80 Mrd Dollar. Das konnte einfach nicht gut gehen und mußte bei jedem Einknicken der Konjunktur direkt in die Krise führen. Nun sind viele amerikanische Banken in Gefahr, neben der siebtgrößten Washington Mutual und den beiden verbliebenen Wall Street Banken werden auch Wachovia und GE Capital genannt. Die Banken, deren Bilanzen noch vor 20 Jahren auf etwa 3 % des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts kamen, erreichten bis zur Krise etwa 23 %. Schulden unter Banken stiegen um mehr als das Doppelte auf 12 % des US BIP.

Die jetzt verstaatlichte AIG hat zusammen 441 Mrd Dollar in Derivativen von zweifelhaftem Wert gehalten. Davon waren 307 Mrd Dollar Credit Default Swaps, mit denen sich Banken bei IAG gegen Kreditausfälle versicherten, aber eigentlich hauptsächlich, weil damit in den Augen der Aufsichtsbehörden deren Eigenkapitalsituation verbessert wurde - also ein superfaules Spiel zur Umgehung einer normalen Bankenaufsicht. Im Ergebnis konnten sie dann mehr Kreditgeschäfte machen, als eigentlich hätte erlaubt werden dürfen. Das ist wohl der eigentliche Grund, warum die amerikanische Regierung den Konkurs von IAG vermeiden mußte.

Und nun kamen die Short-Seller unter den Hedgefonds als Aasgeier und spekulierten auf Kursverluste der Banken. Bei Lehmans hielten sie zuletzt mehr als ein Viertel aller Aktien, wenn man die Belegschaftsaktien herausrechnet. Bei Wahington Mutual haben sie ebenfalls etwa ein Viertel unter Kontrolle.

Andere spekulierende Hedgefonds stürzten sich auf den Ölpreis und trieben ihn in Höhen von fast 140 Dollar pro Faß und damit das Doppelte gegenüber 12 Monaten vorher. Daß der Ölpreis seitdem wieder auf etwas über 90 Dollar gefallen ist, liegt nicht so sehr an der Zurückhaltung der Verbraucher als dem Rückzug der Spekulanten, denen das Geschäft zu riskant geworden ist.

Nach einer Studie von Masters Capital Management, die in dieser Woche von Politikern im Weißen Haus veröffentlicht wurde, haben Investoren von Januar bis Juli 60 Milliarden US-Dollar in Erdöl investiert. Seitdem zogen sie 39 Mrd Dollar wieder ab.

Wenn die Spekulation nicht endlich wirksam kontrolliert wird, wird es zu immer neuen Krisen kommen. Bisher ist allerdings noch sehr wenig eingeleitet worden.

Quelle und Volltext
http://www.jjahnke.net/index.html

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Brief Hintergrund der globalen Finanzkrise Zeitalter der Mega-Spekulanten und Aasgeier • Herr Z. • Donnerstag, 18.09.2008 19:55

Übrigens,Oskar nicht vergesen: • AnnaConda • Freitag, 19.09.2008 14:59

Ohne zig Millionen dummer oder gieriger Bürger • frank43 • Freitag, 19.09.2008 13:15

Chavez lässt grüssen • molosser • Donnerstag, 18.09.2008 22:06

Noch mehr Morales und Chavez wären Hoffnung für die Welt! • Sozialist • Freitag, 19.09.2008 00:18

Stark • bernhard II • Donnerstag, 18.09.2008 21:06