Kritik an Ein-Euro-Jobbern auf der Baustelle Stadion Zoo

WZ 2. Juni 2007

Arbeitsmarkt

Der Verein Tacheles wirft Stadt und ARGE ein falsches Spiel mit den Arbeitslosen vor.

Von Andreas Boller

Der Plan der Stadt Wuppertal, Langzeitarbeitslose in einer Art Feldfabrik im Stadion am Zoo zur Fertigung der Betonteile für die geplanten Stehtribühne einzusetzen, wird vom Verein Tacheles, der sich Interessenvertretung für Einkommensschwache nennt, heftig kritisiert.

Aus Sicht von Tacheles unterlaufen Stadt und Arge mit den Ein-Euro-Jobs nicht nur beim Umbau des Stadions den normalen Arbeitsmarkt. „Wir werden auf eine juristische drängen. Die Gemeinnützigkeit des Vorhabens mag gegeben sein, aber das zweite Kriterium der Zusätzlichkeit wird sicherlich nicht erfüllt.” Kritisiert Frank Jäger, der auf weite Fälle in Wuppertal verweist.

Die Grenzen würden ständig aufgeweicht. Das Stadion am Zoo sei aufgrund seiner Bedeutung,seiner Vorgeschichte und der Aufmerksamkeit, die es auf sich ziehe, ein besonders spekulatärer Fall, den Tacheles deshhalb zum Aufhänger für eine längst fälligre öffentliche Grundsatzdiskussion machen will. „Das Thema gehört in den Arge-Ausschuss” fordert Jäger, der bei Tacheles für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Thomas Lenz, Geschäftsführer der Arge Wuppertal, weist die vorwürfe zurück.

„Entscheidend bleibt die Aussage von Oberbürgermeister Peter Jung und Stadtdirektor Johannes Slawig. Die haben klar gemacht, dass der Umbau der Stehtribühnen mit den der Stadt zur Verfügung stehenden Mitteln nur so und nicht anders realisiert werden kann. Mir fiele nichts ein, worauf jemand da klagen könnte”, sagt Thomas Lenz.

Mit Verzögerungen rechnet er deshalb nicht. Nach Vorstellungen der Stadt soll im August mit den Arbeiten um und am Stadion begonnen werden. Es geht dann um bis zu 25 Qualifizierungsplätze – 25 von 17.000 in Wuppertal. Während Jäger von den Nachteilen der Ein-Euro-Jobber im täglichen Leben spricht, weist Lenz auf die Chancen hin.

Wie dem auch sei, heute wird's spannend: www.wz-newsline.de, dann auf den Sport-Live-Ticker klicken. Ab 13:00 Uhr das Spiel live aus dem Stadion.

Kommentar:

Von Andreas Boller

Ausverkaufte Stadien in Magdeburg und Osnabrück – im Fernduell um den Aufstieg zur 2.Bundesliga sollten heute auch im Stadion am Zoo für volle Ränge sorgen.

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