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Wolfgang Scherer
Hochschule Mittweida/Roßwein
Fachbereich Soziale Arbeit
Scherer@htwm.de
7. Dezember 2004
Nachfolgend erläutere ich einige Fragen zu Regelungen im Rahmen von ALG II, soweit sie lokal geregelt werden oder sächsischer oder ostdeutscher Lebensrealität Rechnung tragen.
Im Einzelnen finden Sie:
Quellen:
Informationen von verschiedenen SozialarbeiterInnen und Initiativen aus den unterschiedlichen Landkreisen, MDR-Videotext S. 874 f., Sächsisches Staatsministerium für Soziales (Landtags-Drucksache 4/0047 vom 18.11.2004), diverse Presseveröffentlichung
Stand: 4. Dezember 2004
Beschluß sollte Ende August gefaßt sein. Dann wurde es Herbst und Winter. Am 11.11. wurde im Amtsblatt Ausgabe 11 die Regelung verkündet:
| Personen | Maximale Größe der Wohnung | Grenzwerte in € |
|---|---|---|
| 1 | 45 | 215,- |
| 2 | 60 | 290,- |
| 3 | 75 | 345,- |
| 4 | 85 | 400,- |
| Jede weitere | + 10 | + 55,- |
Bei der Wohnungsgröße bleiben Kinder bis zu 3 Jahren unberücksichtigt!
| Betriebskosten (kalt) | 0,88 € / m² |
| Heizkosten | 0,90 € / m² |
Beschlüsse sollten im September getroffen werden. Bislang nichts bekannt.
Beschlüsse sollen spätestens im November gefaßt werden. Dies scheint inzwischen auch geschehen; das Ergebnis liegt mir noch nicht vor.
Aus Initiativkreisen liegt mir ein Berechnungsbeispiel aus Bautzen (modernisierter Altbau) vor (ich gehe davon aus, dass diese Kostenaufstellung als Anhaltspunkt für die Mietbelastung in Bautzen dienen kann):
2 Erwachsene in einer Wohnung mit 58,04 qm
| Nettokaltmiete/qm | 4,93 € | ||
| Betriebskosten | 0,82 € | = 5,75 € | Bruttokaltmiete |
| Heizung | 0,74 € | = 6,49 € | pro qm |
Miete:
| Personen | Wohnfläche | Kaltmiete im Bestand | Kaltmiete bei Zuzug oder Umzug |
|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 300,- | 247,50 |
| 2 | 60 | 365,- | 306,- |
| 3 | 75 | 435,- | 382,50 |
| 4 | 85 | 505,- | 433,50 |
| 5 | 95 | 580,- | 484,50 |
| Jede weitere | + 10,- | + 70,- | + 51,- |
Um Massenumzüge zu vermeiden, will man bei der Entscheidung sehr großzügig sein – sich weniger an den Wohnungsgrößen, sondern mehr am Mietpreis orientieren.
Heizkosten für Sammelheizung
| Personen | jährlich | monatlich |
|---|---|---|
| 1 | 608,- | 50,70 |
| 2 | 785,- | 65,19 |
| 3 | 960,- | 80,10 |
| 4 | 1.073,- | 89,41 |
| 5 | 1.191,- | 99,28 |
Bei größeren Haushalten: Entscheidung im Einzelfall
Heizkosten für andere Brennstoffe
| Brikett | 0,7 | Zentner pro qm |
| Ölheizung | 21 | Liter pro qm |
| Gasheizung | 21 | Kubikmeter pro qm |
| Elektroheizung | 161 | Kilowatt/h pro qm |
Regelungen bei Wohneigentum siehe weiter unten
Beschlüsse werden nicht vor November gefaßt. Eventuelle Ergebnisse liegen mir nicht vor.
Beschlüsse sollen im September gefaßt worden sein. Im November endlich wurde beschlossen:
Höchstbetrag für die monatlichen Kosten der Unterkunft (Kaltmiete) einschließlich Neben- und Betriebskosten sowie Heizkosten
| Personen | Wohnfläche | Höchstbetrag alles inklusive |
|---|---|---|
| 1 | 45 | 287,75 |
| 2 | 60 | 387,00 |
| 3 | 75 | 461,25 |
| 4 | 85 | 535,75 |
| 5 | 95 | 610,25 |
| Jede weitere | + 10 | + 74,50 |
Die ernannte Chefin des neuen Amtes „für Arbeit und Beschäftigungsförderung” des Landkreises, ehemals Dezernentin für Soziales, Jugend und Gesundheit im Landkreis, hat sich „die Mühe gemacht”, die Höchstgrenzen auszurechnen (so der Döbelner Anzeiger vom 9.11.04). Ergebnis: Die bisherigen Höchstgrenzen für Unterkunftskosten werden entgegen der Empfehlung des Sächsischen Landkreistages nach unten korrigiert!
| Personen | Wohnfläche | Erstbezug bis zum 31.12.1965 | Erstbezug ab dem 1.1.1966 (Standardausstattung) | |
|---|---|---|---|---|
| Sonstiger Wohnraum | Mit Bad oder Duschraum und Sammelheizung | |||
| 1 | 45 | 170 | 210 | 230 |
| 2 | 60 | 225 | 285 | 310 |
| 3 | 75 | 270 | 340 | 365 |
| 4 | 85 | 305 | 385 | 415 |
| 5 | 95 | 335 | 420 | 455 |
| Jede weitere | + 10 | + 30 | + 35 | + 40 |
| Personen | Wohnfläche | Erstbezug bis zum 31.12.1965 | Erstbezug ab dem 1.1.1966 (Standardausstattung) | |
|---|---|---|---|---|
| Sonstiger Wohnraum | Mit Bad oder Duschraum und Sammelheizung | |||
| 1 | 45 | 180 | 225 | 245 |
| 2 | 60 | 240 | 300 | 330 |
| 3 | 75 | 290 | 360 | 390 |
| 4 | 85 | 325 | 410 | 445 |
| 5 | 95 | 355 | 450 | 490 |
| Jede weitere | + 10 | + 30 | + 45 | + 45 |
Überschreitungen der Wohnungsgröße bis zu zehn Prozent können gewährt werden.
Die Beträge gelten je nach Ausstattung und Alter der Wohnung. Sie entsprechen bei älterem Wohnraum (vor 1965) bei den 1- bis 3-Personen-Haushalten der Wohngeldtabelle – bei neueren Wohnungen bleiben sie allerdings erheblich darunter. Gleiches gilt für 4-Personen-Haushalte generell. Während ein 4-Personen-Haushalt nach WoGG eine zuschussfähige Miete von bis zu 505 € haben darf, wird im zukünftig bei Bezug von ALG II nur noch 445 € zugestanden. Die Umzugsfirmen dürfen bereits in die Startlöcher gehen. (Wahrscheinlich gibt es in Döbeln-Nord viel Leerstand.) Anderseits ließ der Kreiskämmerer nicht hinsichtlich der Miethöhe, sondern der Wohnungsgröße vernehmen, dass jeder Einzelfall geprüft würde: „Wir wollen keinen Umzugstourismus initiieren, weil ein Betroffener fünf Quadratmeter zu viel Wohnraum hat. Jeder Einzelfall wird geprüft.” (Döbelner Allgemeine Zeitung, 10.11.94)
Heizkosten werden bis zu 95 Cent pro qm angemessener Wohnfläche in tatsächlicher Höhe erbracht.
Wollte eigentlich Mitte Oktober entscheiden. Nach neuesten Informationen will der Stadtrat endlich am 16.12.2004 (14 Tage vor Inkrafttreten von ALG II!) zu den Unterkunftskosten entscheiden.
Laut Sächsische Zeitung vom 14.10.04 schlägt die Stadt vor, die Kaltmiete auf 4,35 € / qm festzulegen. Im Übrigen solle sich die „Angemessenheit” der Unterkunftskosten am Mietspiegel orientieren.
Mit der Kaltmiete von 4,35 € läge zukünftig die Kostenübernahme höher als bislang bei der Sozialhilfe – hier galten bislang 4,09 € (plus 1,02 € Betriebskosten und 0,92 € Heizkosten). Bei einer alleinstehenden Person mit 45 m² Wohnfläche heißt dies maximal 184,05 € Grundmiete bzw. 271,35 € maximale Gesamtmiete; bei 2 Personen 245,40 € bzw. 361,80 € und bei 3 Personen 306,75 € bzw. 452,25 € maximal.
Nach mündlichen Informationen entschloß sich die Stadt Mitte November, bei den bisherigen Größenordnungen der Sozialhilfe zu bleiben.
Der Sozialbürgermeister Tobias Kogge läßt verlauten: „In Dresden gibt es schon für die jetzigen Sozialhilfe-Empfänger in immer weniger Ortslagen angemessenen Wohnraum.” (SZ 20.9.04)
Mir liegen von Initiativen zwei Berechnungsbeispiele aus Dresden vor:
Modernisierter Altbau in DD-Strießen (76,3 qm mit 2 Erwachsenen und 2 Kleinkindern)
| Nettokaltmiete/qm | 4,22 € | ||
| Betriebskosten | 0,90 € | = 5,12 € | Bruttokaltmiete |
| Heizung | 0,77 € | = 5,89 € | pro qm |
Modernisierter Plattenbau von 1960 in DD-Johannstadt (60,99 qm mit 2 Erwachsenen)
| Nettokaltmiete/qm | 4,80 € | ||
| Betriebskosten | 0,88 € | = 5,68 € | Bruttokaltmiete |
| Heizung | 1,03 € | = 6,71 € | pro qm |
Sollte die Richtlinie im obigen Umfang realisiert werden, hieße dies, dass mit
| Nettokaltmiete/qm | 4,09 € | ||
| Betriebskosten | 1,02 € | = 5,11 € | Bruttokaltmiete |
| Heizung | 0,92 € | = 6,03 € | pro qm |
der modernisierte Altbau gerade noch im Rahmen der geförderten Kosten der Unterkunft läge. 390,65 € Bruttokaltmiete gegenüber 389,89 € Mietobergrenze – die Wohnung im Plattenbau läge mit 346,42 gegenüber 311.65 € Mietobergrenze erheblich darüber.
Hinsichtlich der Familie im Altbau muß allerdings angemerkt werden, dass der Wohnraum bei älteren Kindern zu klein wäre und in diesem Fall die Mietkosten gleichfalls erheblich über der Mietobergrenze lägen (bei angenommenen 85 qm betrügen sie 435,20 €, also mehr als 45 € darüber).
| Personen | Wohnfläche | Kaltmiete einschließlich Betriebskosten |
|---|---|---|
| 1 | 45 | 230 |
| 2 | 60 | 310 |
| 3 | 75 | 365 |
| 4 | 85 | 425 |
| 5 | 95 | 485 |
| Jede weitere | +10 | +60 |
(= Höchstbeträge gemäß § 8 Abs. 1 WoGG für die monatliche Kaltmiete für Wohnungen mit Bezugsfertigstellung zwischen 1966 und 1991, Mietstufe II)
Hier liegen unterschiedliche Informationen vor:
| Personen | Miete * |
|---|---|
| 1 | 245 € |
| 2 | 330 € |
| 3 | ? |
| 4 | 455 € |
| 5 | 520 € |
| jede weitere | + 65 € |
* Es handelt sich hierbei um die Kaltmiete + „kalte Betriebskosten” wie Müllabfuhr, Hausmeister usw. Beträge für Warmwasser und Heizung liegen mir noch nicht vor.
| Personen | Wohnfläche | Kaltmiete einschließlich Betriebskosten |
|---|---|---|
| 1 | 45 | 230 |
| 2 | 60 | 310 |
| 3 | 75 | 365 |
| 4 | 85 | 425 |
| 5 | 95 | 485 |
| Jede weitere | +10 | +55 |
Es gäbe noch keinen definitiven Beschluß. (Stand 3. Dezember 2004)
Beträge für Heizung (Landkreis einschließlich Stadt Freiberg und Stadt Flöha) liegen in der Höhe der Sächsischen Sozialhilferichtlinien:
Heizkosten für Sammelheizung
| Personen | jährlich | monatlich |
|---|---|---|
| 1 | 608,- | 50,70 |
| 2 | 785,- | 65,19 |
| 3 | 960,- | 80,10 |
| 4 | 1.073,- | 89,41 |
| 5 | 1.191,- | 99,28 |
Bei größeren Haushalten: Entscheidung im Einzelfall
Heizkosten für andere Brennstoffe
| Brikett | 0,7 | Zentner pro qm |
| Ölheizung | 21 | Liter pro qm |
| Gasheizung | 21 | Kubikmeter pro qm |
| Elektroheizung | 161 | Kilowatt/h pro qm |
| Personen | Kaltmiete einschließlich Betriebskosten | Laufende Heizkosten max. 1,10 € / m² |
|---|---|---|
| 1 | 230 | 49,50 |
| 2 | 310 | 66,00 |
| 3 | 365 | 82,50 |
| 4 | 425 | 93,50 |
| 5 | 485 | 104,50 |
| Jede weitere | + 60 |
Heizkosten für andere Brennstoffe
| Brikett | 0,7 | Zentner pro qm |
| Ölheizung | 21 | Liter pro qm |
| Gasheizung | 21 | Kubikmeter pro qm |
| Elektroheizung | 161 | Kilowatt/h pro qm |
Beschluß wurde am 17.11.04 gefaßt.
Die Höhe der angemessenen Kosten ist mit den Großvermietern (Wohnungsbaugesellschaft und LebensRäume eG) abgestimmt (Sächsische Zeitung, Hoyerswerdaer Tageblatt vom 16.11.04). Es wird davon ausgegangen, daß etwa 3.500 Bedarfsgemeinschaften mit etwa 4.500 Personen die Leistungen erhalten werden (Hoyerswerda hat eine Arbeitslosenquote von 25 %).
| Personen | Wohnfläche | Nettokaltmiete €/qm | Monatliche Grundmiete 1 | Betriebskosten Warm 2 | Betriebskosten Kalt 3 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 4,35 | 195,75 | 45,00 | 45,00 |
| 2 | 60 | 4,35 | 261,99 | 60,00 | 60,00 |
| 3 | 75 | 4,35 | 326,25 | 75,00 | 75,00 |
| 4 | 90 | 4,00 | 360,00 | 90,00 | 90,00 |
| 5 | 105 | 4,00 | 420,00 | 105,00 | 105,00 |
| 6 | 120 | 4,00 | 480,00 | 120,00 | 120,00 |
Heizkosten für andere Brennstoffe
| Brikett | 0,7 | Zentner pro qm |
| Ölheizung | 21 | Liter pro qm |
| Gasheizung | 21 | Kubikmeter pro qm |
| Elektroheizung | 161 | Kilowatt/h pro qm |
(Landkreis = kreisangehörige Gemeinden, ohne Kamenz und Radeberg)
| Personen | Wohnfläche | Bezugsfertig bis 1965 | Bezugsfertig 1966 - 1991 | Bezugsfertig ab 1992 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Mit Zentralheizung und Dusche/Bad | Ohne Zentralheizung und Dusche/Bad | ||||
| 1 | 45 | 210 | 170 | 230 | 280 |
| 2 | 60 | 285 | 225 | 310 | 345 |
| 3 | 75 | 340 | 270 | 365 | 410 |
| 4 | 85 | 395 | 315 | 425 | 475 |
| Jede weitere | + 10 | + 55 | + 45 | + 60 | + 65 |
In den Städten Kamenz und Radeberg liegen die Mietobergrenzen höher
In den Fällen von Eigenheim bzw. Eigentumswohnung werden 130 qm anerkannt.
Heizkosten werden übernommen im Umfang von 1,- bis 1,20 Euro pro Quadratmeter
Die Stadt hat im Vergleich zu den anderen Stadt- und Landkreisen relativ früh (14.9.04) die Mietobergrenzen festgelegt und damit den zukünftigen ALG-II-BezieherInnen Klarheit verschafft.
Bei unbilligen Härten kann Wohnfläche und Miethöhe im Einzelfall bis zu 10 % überschritten werden (eventuell auch bis 20 %). Mitte 2005 soll über die Realitätsnähe und Praktikabilität dieser Regelungen neu beraten werden.
Die Nettogrundmiete kann bis 3,85 € pro qm betragen
Die Neben- und Betriebskosten werden bis 1,37 € pro qm übernommen
Zentralheizung und Warmwasser werden mit 0,95 € pro qm anerkannt
Will „im Herbst” beschließen. Bis Mitte November noch kein Beschluß bekannt.
Kaltmiete (einschließlich Nebenkosten), hinzu kommen Heizkosten von 1 € pro qm (begrenzt entsprechend der maximalen Wohnfläche pro Person). Wenn die Kaltmieten-Obergrenze nicht überschritten wird, kann die Wohnfläche größer als die unten genannten vorgesehenen Wohnungsgrößen bezogen auf die Personen sein.
| Personen | Wohnfläche | Bezugsfertig bis 31.12.65 | Bezugsfertig ab 1.1.1966 | |
|---|---|---|---|---|
| Mit Zentralheizung und Dusche/Bad | Ohne Zentralheizung und Dusche/Bad | |||
| 1 | 45 | 200 | 160 | 215 |
| 2 | 60 | 265 | 215 | 290 |
| 3 | 75 | 320 | 255 | 345 |
| 4 | 85 | 370 | 295 | 400 |
| 5 | 95 | 420 | 335 | 455 |
| Jede weitere | 10 | 50 | 40 | 55 |
| Personen | Wohnfläche | Bezugsfertig bis 31.12.65 | Bezugsfertig ab 1.1.1966 | |
|---|---|---|---|---|
| Mit Zentralheizung und Dusche/Bad | Ohne Zentralheizung und Dusche/Bad | |||
| 1 | 45 | 210 | 170 | 230 |
| 2 | 60 | 285 | 225 | 310 |
| 3 | 75 | 340 | 270 | 365 |
| 4 | 85 | 395 | 315 | 425 |
| 5 | 95 | 450 | 360 | 485 |
| Jede weitere | 10 | 50 | 40 | 55 |
Aus Initiativkreisen liegt mir ein Berechnungsbeispiel aus Löbau (modernisierter Plattenbau in Löbau Nord, Baujahr 1970) vor (ich gehe davon aus, dass diese Kostenaufstellung hinsichtlich der Plattenbauten verallgemeinert werden kann):
2 Erwachsene in einer Wohnung mit 69,3 qm (die Wohnung überschreitet um 9 qm die Obergrenze)
| Nettokaltmiete/qm | 4,26 € | ||
| Betriebskosten | 1,02 € | = 5,28 € | Bruttokaltmiete |
| Heizung | 0,98 € | = 6,26 € | pro qm |
Mit 365,90 € Bruttokaltmiete übersteigen die Kosten der Unterkunft die Mietobergrenze ganz erheblich (um 55,90 €). Das Ehepaar müßte also umziehen. Gäbe es in diesem Wohngebiet Wohnungen mit 60 qm, die der Flächenbegrenzung für 2 Personen entsprächen, lägen die Mietkosten mit 316,80 gleichwohl weiterhin um 6,80 € oberhalb der Mietobergrenze. Bei einem Anteil von 47,3 % Langzeitarbeitslosen an allen Erwerbslosen in Löbau kommen hier voraussichtlich erhebliche Probleme auf die Menschen (und natürlich auch auf die Wohnungsbaugesellschaften) zu. Die Kosten für die Heizung liegen im Falle dieses Ehepaares gleichfalls nicht im Rahmen der Pauschale: Da maximal die Kosten für die Flächenobergrenze entsprechend der Personenzahl übernommen würde, betrügen die Heizkosten umgerechnet auf 60 qm bei 1,13 und damit um 13 Cent über der Obergrenze.
Gotthilf Matzat und die CDU, so die Sächsische Zeitung/Löbauer Zeitung vom 28.10.04, „sind sich sicher: 'Niemand muss im Kreis befürchten, unter brücken zu schlafen oder zum Umzug gezwungen zu werden.'”. Gleichzeitig gibt die Zeitung in einem Kommentar zu bedenken: „Die große Sorge bleibt: Kommt es zu einer Umzugswelle von teuren sanierten Innenstadtwohnungen in die unsanierte Platte?”
Kaltmiete einschließlich Nebenkosten:
| Personen | Wohnfläche | Wenn Wohnverhältnis bereits besteht | Bei neuer Wohnungsanmietung im Leistungsbezug SGB II und SGB XII (oder der entsprechende Bedarf bekannt ist) |
|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 253 | 253 |
| 2 | 60 | 310 | 308 |
| 3 | 75 | 365 | 359 |
| 4 | 85 | 437 | 437 |
| 5 | 95 | 488 | 488 |
| 6 | 105 | 545 | 540 |
| Personen | Wohnfläche | Wenn Wohnverhältnis bereits besteht | Bei neuer Wohnungsanmietung im Leistungsbezug SGB II und SGB XII (oder der entsprechende Bedarf bekannt ist) |
|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 253 | 253 |
| 2 | 60 | 330 | 308 |
| 3 | 75 | 390 | 359 |
| 4 | 85 | 455 | 437 |
| 5 | 95 | 520 | 488 |
| 6 | 105 | 585 | 540 |
| Personen | Wohnfläche | Wenn Wohnverhältnis bereits besteht | Bei neuer Wohnungsanmietung im Leistungsbezug SGB II und SGB XII (oder der entsprechende Bedarf bekannt ist) |
|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 265 | 253 |
| 2 | 60 | 355 | 308 |
| 3 | 75 | 420 | 359 |
| 4 | 85 | 490 | 437 |
| 5 | 95 | 560 | 488 |
| 6 | 105 | 630 | 540 |
| Fläche | Maximale Heizkosten |
|---|---|
| 45 | 43 |
| 60 | 57 |
| 75 | 71 |
| 85 | 81 |
| 95 | 90 |
| 105 | 100 |
Miete
| Personen | Wohnfläche | Kaltmiete |
|---|---|---|
| 1 | 45 | 221 |
| 2 | 60 | 295 |
| 3 | 75 | 369 |
| 4 | 85 | 418 |
| 5 | 95 | 467 |
Heizung
Sammelheizung 0,92 Euro pro Quadratmeter
Elektroheizung 1,42 Euro pro Quadratmeter
Einzelheizung:
| Wohnfläche | Feste Brennstoffe | Öl | Gas |
|---|---|---|---|
| 45 | 313,- | 473,- | 437 |
| 60 | 427,99 | 630 | 522 |
| 75 | 477,- | 788 | 728 |
| 85 | 541,- | 893 | 825 |
| 95 | 604,- | 998 | 922 |
Regelungen bei Wohneigentum siehe weiter unten
| Personen | Wohnfläche | Bezugsfertig bis 1965 | Bezugsfertig 1966 - 1991 | Bezugsfertig ab 1992 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Mit Zentralheizung und Dusche/Bad | Ohne Zentralheizung und Dusche/Bad | ||||
| 1 | 45 | 210 | 170 | 230 | 280 |
| 2 | 60 | 285 | 225 | 310 | 345 |
| 3 | 75 | 340 | 320 | 365 | 410 |
| 4 | 85 | 425 | 315 | 425 | 475 |
| 5 | 95 | 460 | 350 | 485 | 545 |
| Jede weitere | + 10 | + 55 | + 45 | + 60 | + 65 |
(= Höchstbeträge für zuschussfähige Miete oder Belastung nach WoGG) Überschreitungen hinsichtlich der Wohngröße oder der Miethöhe werden im Einzelfall entschieden.
In der Begründung der Vorlage zum Beschluß des Kreistages findet sich folgender Passus:
„In der Beratung des Gesundheits- und Sozialausschusses des Sächsischen Landkreistages am 20.7. wurde beschlossen, die vom SLT und SSG herausgegebenen Sächsischen Sozialhilferichtlinien i.V.m. der Tabelle nach § 8 WoGG, hier die Spalten bis 'ab 01. Januar 1966 bis zum 31. Dezember 1991' (solange solcher Wohnraum ausreichend vorhanden ist) in der jeweiligen Mietenstufe den Sächsischen Landkreisen zur verbindlichen Anwendung zu empfehlen.”Diese Einschränkung fand in den Beschluß keinen Eingang!
Heizkosten werden in Höhe von 0,95 € pro qm übernommen.
| Brikett | 0,7 | Zentner pro qm und Heizperiode (Oktober bis März) |
| Ölheizung | 21 | Liter pro qm |
| Elektroheizung | 161 | Kilowatt/h pro qm |
| Personen | Wohnfläche | Bezugsfertigstellung bis zum 31.12.1991 | Kaltmiete einschl. Nebenkosten Bezugsfertigstellung ab 1.1.1992 |
|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 230 | 280 |
| 2 | 60 | 310 | 345 |
| 3 | 75 | 365 | 410 |
| 4 | 90 | 425 | 475 |
| 5 | 105 | 485 | 545 |
| Jede weitere | + 15 | + 60 | + 65 |
Heizkosten: 1,15 € pro m²
(Vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages, Stand Mitte November 2004) Höchstbeträge für die monatlichen Kosten der Unterkunft und Heizung (pauschal)
| Personen | Wohnfläche | NOL-Kreis (Mietstufe I) | Weißwasser (Mietstufe II) | Niesky (Mietstufe III) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 257,75 | 272,75 | 287,75 |
| 2 | 60 | 347,00 | 367,00 | 387,00 |
| 3 | 75 | 416,25 | 436,25 | 461,25 |
| 4 | 85 | 480,75 | 505,75 | 535,75 |
| 5 | 95 | 545,25 | 575,25 | 610,25 |
| Jede weitere | + 10 | + 64,50 | + 69,50 | + 74,50 |
Heizkosten für andere Brennstoffe
| Brikett | 0,7 | Zentner pro qm |
| Ölheizung | 21 | Liter pro qm |
| Gasheizung | 21 | Kubikmeter pro qm |
| Elektroheizung | 161 | Kilowatt/h pro qm |
| Personen | Wohnfläche | Höchstbetrag Kaltmiete ohne Nebenkosten | Höchstbetrag Kaltmiete ohne Nebenkosten, sofern ein Wohnraum nach den anderen Werten nicht vorhanden ist | Nebenkosten | Heizkosten |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 185 | 235 | 45 | 45 |
| 2 | 60 | 250 | 285 | 60 | 60 |
| 3 | 75 | 290 | 335 | 75 | 75 |
| 4 | 85 | 340 | 390 | 85 | 85 |
| 5 | 95 | 390 | 450 | 95 | 95 |
| Jede weitere | + 10 | + 54 | + 59 | + 6 | + 10 |
| Personen | Wohnfläche | Höchstbetrag Kaltmiete ohne Nebenkosten | Höchstbetrag Kaltmiete ohne Nebenkosten, sofern ein Wohnraum nach den anderen Werten nicht vorhanden ist | Nebenkosten | Heizkosten |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 200 | 255 | 45 | 45 |
| 2 | 60 | 270 | 305 | 60 | 60 |
| 3 | 75 | 315 | 360 | 75 | 75 |
| 4 | 85 | 370 | 420 | 85 | 85 |
| 5 | 95 | 425 | 485 | 95 | 95 |
| Jede weitere | + 10 | + 58,50 | + 63,50 | + 6,50 | + 10 |
| Personen | Miete inkl. Heizung |
|---|---|
| 1 | 266 |
| 2 | 358 |
| 3 | 425 |
| 4 | 497 |
| Jede weitere | +72 € |
(Landkreis, außer Heidenau, Neustadt/Se., Pirna)
| Personen | Bezugsfertig bis 1965 | Bezugsfertig 1966 - 1991 | Bezugsfertig ab 1992 | |
|---|---|---|---|---|
| Mit Zentralheizung und Dusche/Bad | Ohne Zentralheizung und Dusche/Bad | |||
| 1 | 210 | 170 | 230 | 280 |
| 2 | 285 | 225 | 310 | 345 |
| 3 | 340 | 320 | 365 | 410 |
| 4 | 425 | 315 | 425 | 475 |
| 5 | 460 | 350 | 485 | 545 |
In Neustadt/Sebnitz und in Heidenau wird die Mietobergrenze erhöht
(diese Zahlen könnten falsch übertragen sein)
| Personen | Bezugsfertig bis 1965 | Bezugsfertig 1966 - 1991 | Bezugsfertig ab 1992 | |
|---|---|---|---|---|
| Mit Zentralheizung und Dusche/Bad | Ohne Zentralheizung und Dusche/Bad | |||
| 1 | 245 | 195 | 265 | 325 |
| 2 | 325 | 260 | 355 | 395 |
| 3 | 390 | 310 | 420 | 470 |
| 4 | 455 | 360 | 490 | 545 |
| 5 | 515 | 415 | 569 | 625 |
| Personen | Wohnfläche | Kaltmiete + Betriebskosten | Maximale Heizungs- kosten monatlich Einschl. Warmwasseraufbereitung | Maximale Heizungs- kosten monatlich ohne Warmwasseraufbereitung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 230 | 45 | 36 |
| 2 | 60 | 310 | 60 | 48 |
| 3 | 75 | 365 | 75 | 60 |
| 4 | 85 | 425 | 90 | 72 |
| Jede weitere | +60 € | +15 € | + 12 € |
| Personen | Wohnfläche | Kaltmiete | Heizung | Sonstige Nebenkosten |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 180 | 45 | 45 |
| 2 | 60 | 240 | 60 | 60 |
| 3 | 75 | 300 | 75 | 75 |
| 4 | 85 | 340 | 85 | 85 |
| 5 | 95 | 380 | 95 | 95 |
| 6 | 105 | 420 | 105 | 105 |
(= maximale Kaltmiete, maximale Nebenkosten)
Am 19. Oktober 2004 sollte eine Entscheidung getroffen werden.
Laut Sächsisches Staatsministerium für Soziales: Höchstbeträge gem. § 8 Abs. 1 WoGG (Grundmiete einschl. kalte Betriebskosten) nach Mietstufe II für Wohnungen mit Bezugsfertigstellung zwischen 1966 und 1991. Das hieße:
| Personen | Wohnfläche | Kaltmiete einschließlich Betriebskosten ohne Heizkosten |
|---|---|---|
| 1 | 45 | 230 |
| 2 | 60 | 310 |
| 3 | 75 | 365 |
| 4 | 85 | 425 |
| Jede weitere | + 10 | + 60 |
Heizkosten: 0,80 € / m²
Höchstbetrag für die monatlichen Kosten der Unterkunft (Kaltmiete) einschließlich Neben- und Betriebskosten sowie Heizkosten
| Personen | Wohnfläche | Höchstbetrag alles inklusive |
|---|---|---|
| 1 | 45 | 287,75 |
| 2 | 60 | 387,00 |
| 3 | 75 | 461,25 |
| 4 | 85 | 535,75 |
| 5 | 95 | 610,25 |
| Jede weitere | + 10 | + 74,50 |
| Personen | Wohnfläche | Kaltmiete | Heizkosten |
|---|---|---|---|
| 1 | 45 | 230 | 45 |
| 2 | 60 | 310 | 60 |
| 3 | 75 | 365 | 75 |
| 4 | 90 | 425 | 90 |
| 5 | 105 | 485 | 105 |
| 6 | 120 | 545 | 120 |
Jede weitere Person entsprechend Wohngeldtabelle. (Es werden also in Orientierung an die Höchstbeträge nach § 8 Abs. 1 WoGG, Mietenstufe II, Bezugsfertigstellung der Wohnung zwischen 1966 und 1991, als angemessene Kaltmiete 4,11 € pro m² anerkannt.)
Heizkosten bzw. Betriebskosten (kalt) je 1.- € pro qm
Wenn die Wohnfläche kleiner ist, als sie für die entsprechende Personenzahl angenommen wird, die Miete aber höher liegt, gleichwohl die für die Personenzahl vorgesehene Obergrenze nicht überschreitet, werden die Gesamtkosten übernommen.
Diese Richtlinie sei in der Sozialhilfepraxis erprobt und habe bisher kaum zu Zwangsumzügen von Betroffenen geführt, wird die Sozialbürgermeisterin Pia Findeiß in der Freien Presse, Ausgabe Zwickau, vom 12.10.2004 zitiert.
Die Sozialbürgermeisterin schätzt, dass in Zwickau 10.000 bis 11.000 Personen von Hartz IV betroffen sein werden. Für die Stadt bedeutet Hartz IV Zusatzkosten in Höhe von 1,3 Mio. €.
Vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages (Stand 15.11.2004):
| Personen | Wohnfläche |
|---|---|
| 1 | 45 |
| 2 | 60 |
| 3 | 75 |
| 4 | 85 |
| 5 | 95 |
Grundmiete: 4.- € / m²
Betriebs- und Heizkosten: maximal 2,30 € / m²
Den Video-Tafeln des MDR (875 f) waren folgende Besonderheiten zu entnehmen:
"…will entscheiden, wenn so viele Anträge vorliegen, dass ein 'repräsentativer Querschnitt' der Wohnsituation herausgefiltert werden kann…" Der Termin steht noch nicht fest.
Ein ähnliches Verfahren sehen in Thüringen auch die Landkreise Sömmerda, Hildburghausen und Wartburgkreis vor.
Ein allgemeiner Durchschnittswert für die 54 Gemeinden wird nicht festgelegt. Jeder Antrag wird im Einzelfall geprüft.
Ähnlich will in Thüringen auch Weimar verfahren ("Fälle werden individuell bearbeitet").
Bezüglich der Obergrenze der angemessenen Kaltmiete läßt die Stadt verlauten, dass "freie Wohnungen mit 'günstigeren Mietkosten' … kaum noch vorhanden" seien.
Die meisten Städte und Landkreise in Thüringen und Sachsen-Anhalt treffen erst im Oktober Entscheidungen zu den Kosten der Unterkunft.
Regelungen liegen aktuell für folgende Städte und Landkreise vor:
Sachsen-Anhalt(Tafel 875)
Altmarkkreis Salzwedel, Anhalt-Zerbst, Dessau, Halle, Köthen, Magdeburg, Ohrekreis, Quedlinburg, Sangerhausen, Stendal, Weißenfels,
Thüringen (Tafel 876)
Wohneigentum mit Flächen bis zu 150 qm für zwei Personen sind erlaubt, wenn eine Teilung der Wohnung (und Weitervermietung der geteilten Wohnfläche)nicht oder nur unter großen Aufwendungen möglich ist.
Wer jedoch ein Einfamilienhaus mit einer leerstehenden Einliegerwohnung bewohnt, hat diese entweder zu vermieten oder zu veräußern.
Bei Wohneigentum werden die tatsächlichen Kosten übernommen. Die Leute haben entsprechende Rechnungen über Brennstoffe, Schornsteinfeger, Schuldzinsen (nicht Tilgung!) usw. einzureichen.
Grundstückgröße bei Wohneigentum:
| Reihenhaus | bis zu 250 qm |
| Doppelhaus, Reihenhausendhaus | bis 350 qm |
| Freistehendes Haus | bis 500 qm |
Bis zu 4 Personen werden nicht angetastet:
| Eigentumswohnung | 120 qm |
| Eigenheim | 130 qm |
Für jede weitere Person 20 qm zusätzlich.
Harald Thomé zu diesem Thema (vgl. http://www.tacheles-sozialhilfe.de, Folien zum ALG II, Folie 33):
„Bei der Angemessenheit hinsichtlich der Größe von selbstgenutztem Eigentum gibt es sehr widersprüchliche Angaben:
Zur Angemessenheit von Hausgrundstück BA-Da, RandNr. 13 zu § 193 im städtischen Bereich 500 qm und 800 qm im ländlichen Bereich
BA erkennt höhere Werte an, wenn diese im Bebauungsplan festgelegt sind”
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales geht auf diese Aspekte wie folgt ein (Landtagsdrucksache 4/0094 vom 18.11.2004, Antwort auf eine kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Albrecht):
„In immer mehr Agenturen tauchen bundesweit Richtlinien auf, wonach Wasserkosten in der Regelleistung von 331 Euro enthalten und aus dieser zu bezahlen seien. Dies ist falsch! Maßgebend ist hier die Regelsatzverordnung, da der Sozialhilferegelsatz die Referenzleistung für die Regelleistung des Alg II ist. Demnach sind in der Regelleistung nur Strom, Energie für Warmwasser und Instandhaltung der Wohnung enthalten. Kosten für Wasser müssen also, wie bisher in der Sozialhilfe, im Rahmen der Unterkunftskosten übernommen werden.” (Die Regelsatzverordnung ist enumerativ.) Nach Auseinandersetzung des Diakonischen Werkes mit dem BMWA soll nun die entsprechende Rechtslage in die neuen Richtlinien aufgenommen werden. (Quelle: Sozialpolitische Infos von Frieder Claus, Okt. 04, zu finden unter www.bag-shi.de/fachinfo/sozialpol_infos )
Für die nachfolgenden Regelungen in den Städten und Landkreisen (sofern schon vorhanden) bedeutet dies, dass die Nebenkosten jeweils erhöht werden müßten.
Nach Informationen des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz beträgt der Durchschnittverbrauch pro Kopf im Jahr etwa 34 Kubikmeter. Der Trinkwasserpreis beträgt in dieser Region 1,51 € pro m³. Der Abwasserpreis (gleichfalls von einem regionalen Abwasserverband) liegt bei 2,05 € pro m³ Trinkwasser. Hinzu kommen 12,68 € Grundpreis pro Haushalt und Monat für das Trinkwasser sowie 10 € pro Haushalt und Monat für das Abwasser.
Bei einem durchschnittlichen pro-Kopf-Verbrauch von 34 m³ entstehen jährlich Ausgaben von 121,04 € für Trink- und Abwasser, das macht monatlich rund 10 €. Hinzu kommen die Grundgebühren von 22,68 € pro Haushalt – was im Falle eines 1-Personen-Haushaltes eine monatliche Belastung von 32,68 € bedeutet. Um diesen Betrag müßten die Kosten der Unterkunft aufgestockt werden.
Nach EVS 2003 verwenden mehr als 53 % der privaten Haushalte in Deutschland Gas zur Beheizung der Wohnräume – im Osten beträgt der Anteil sogar 67 %. Heizöl wird in gut einem Drittel (37 % gesamtdeutsch, im Osten allerdings nur 22 %) verwandt. Feste Brennstoffe wie Kohle und Koks haben dagegen stark an Bedeutung verloren. Im Westen liegt ihr Anteil konstant bei 6 %, in Ostdeutschland ist er von 49 % im Jahre 1993 auf nunmehr 9 % zurückgegangen.
Es wird also für die Überprüfung der Bedarfsgerechtigkeit der Brennstoff-Pauschalen das Augenmerk in erster Linie auf die Gas-Pauschalen gelegt werden müssen.
Zur Festlegung der Miethöhe sollte meines Erachtens die förderfähige Miete entsprechend dem Wohngeldgesetz § 8 zugrunde gelegt werden, da davon auszugehen ist, daß im Osten Deutschlands diese Mietobergrenzen in etwa die tatsächliche Mietbelastung erfassen und Langzeiterwerbslose entsprechend ihrer bisherigen finanziellen Situation wohl ohnehin nur in Wohnungen wohnen dürften, die hinsichtlich der Belastung die Beträge des WoGG nicht überschreiten.
Der „Sächsische Landkreistag” hat den Landkreisen gleichfalls empfohlen, sich an der Förderfähigkeit im Rahmen des bisherigen Wohngeldgesetzes zu orientieren. Allerdings:
wurde in der Beratung des Gesundheits- und Sozialausschusses des Sächsischen Landkreistages am 20.7.04 beschlossen, die vom Sächsischen Landkreistag und Sächsischen Städte- und Gemeindebund herausgegebenen Sächsischen Sozialhilferichtlinien in Verbindung mit der Tabelle nach § 8 WoGG, hier die Spalten bis 'ab 01. Januar 1966 bis zum 31. Dezember 1991' ("solange solcher Wohnraum ausreichend vorhanden ist") in der jeweiligen Mietenstufe den Sächsischen Landkreisen zur verbindlichen Anwendung zu empfehlen. Ein großer Teil der Landkreise ist dieser Empfehlung gefolgt. Das bedeutet, daß das Risiko besteht, daß die Förderhöchstgrenze unterhalb der tatsächlichen Höhe der Mieten des jeweiligen Kreises liegt. Wurden doch gerade auch die Wohnungen, die als Plattenbauten aus dieser Zeit stammen, in den 90er Jahren modernisiert und in der Miethöhe entsprechend erhöht. Das Risiko ist also hoch, daß es doch zum Zwangsumzug in erheblichem Maße kommen wird.
Im März 2004 gingen das Bundeswirtschaftsministerium und der Deutsche Städtetag bei der Frage der Entlastung der Kommunen bei Hartz IV von folgenden Miethöhen aus: Die durchschnittliche Höhe bei den zukünftigen ALG II-BezieherInnen betrüge 331 € - im Westen 341 €, im Osten 273 € (so die Annahme des Bundes). Hinzu wurde ein Heizkostenzuschlag von 22 % im Westen und 24 % im Osten angenommen.
Der Deutsche Städtetag stellte demgegenüber folgende Rechnung auf:
| West | Ost | |
| Miete SozialhilfebezieherInnen | 388 € | 291 € |
| Alhi-Empfänger | 466 € | 349 € |
Zusammen mit anderen Posten (z.B. Einsparungen in der Sozialhilfe) errechneten daraus der Bund eine Entlastung der Kommunen um rd. 2,5 Mrd. €, der Städtetag hingegen eine Zusätzliche Belastung der Kommunen mit rd. 2,4 Mrd. €.
Für Sachsen beträgt die Diskrepanz nach Hochrechnung des Sächsischen Staatsministeriums für Finanzen wie folgt: Sachsen geht von einer Nettoentlastung pro Einwohner von 4 € aus, das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hingegen von 24 € pro sächsischem Einwohner.
Erste Analysen des Diakonischen Werks in Baden-Württemberg haben folgenden Sachverhalt ergeben: In keinem der untersuchten 12 Kreise waren Wohnung und/oder Nebenkosten ausreichend gesichert. Die örtlichen „Angemessenheiten” hinken den Marktpreisen enorm hinterher. So beträgt die Unterdeckung bei der Kaltmiete in Göppingen bis zu 40 %, bei den Heizkosten in Karlsruhe bis 47 %, bei den Nebenkosten bis 58 % im Rhein-Neckar-Kreis. Man darf gespannt sein, inwieweit die nachfolgenden lokalen sächsischen Regelungen zur förderfähigen, „angemessenen” Höchstmiete den realen Marktverhältnissen entsprechen.
Der Wohnungsmarkt in Sachsen (und auch in allen anderen neuen Bundesländern) ist extrem schwierig:
W. Scherer